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Burnout aus ganzheitlicher Sicht

Das Thema Stress und Überlastung ist in aller Munde. Speziell in der Vorweihnachtszeit ist für viele Menschen Stress bereits ein Normalzustand. Die „Zeit der Besinnlichkeit“ lässt tatsächlich wenig Zeit und Raum nach innen gehen zu können.

Die Frage die sich stellt ist: Warum lassen so viele Menschen Stress in ihrem Leben so stark dominieren? Es ist nicht immer nur der Druck der von außen kommt.
Das Burn-out-Syndrom verbreitet sich immer mehr, und das liegt nicht nur daran, dass es zu einer Art Modebegriff geworden ist. Es brennen tatsächlich immer mehr Menschen aus.

Dass die Umstände ihren Teil dazu beitragen steht außer Frage. Der Arbeitsmarkt ist nicht gerade rosig. Viele fürchten ihren Job zu verlieren und wagen es daher nicht ausreichend Grenzen zu setzen, so ihnen zu viel abverlangt wird.

Doch wir können unsere Energie auf vielfältige Weise verlieren. Der Beruf ist dabei nur eine Sparte. Meist wird das Burn-out Syndrom mit dem Beruf und der beruflichen Überlastung in Zusammenhang gebracht. Bei genauerer Betrachtungsweise sieht man jedoch, dass immer noch weitere Variablen beteiligt sind. Ja, wesentlich sind die Persönlichkeitseigenschaften. Stellt ein Mensch sehr hohe Ansprüche an sich selbst ist die Überlastungsgefahr viel höher. Denn dieser Mensch steht von innen heraus unter Dauerspannung. Kommt von außen noch zusätzlich Druck, der wiederum den Anspruch perfekt zu sein noch weiter erhöht, ist der Weg ins Burn-out sehr begünstigt.

Dies trifft allerdings nicht nur auf den Beruf zu. Personen mit hohen Ansprüchen an sich selbst, versuchen es auch häufig privat anderen recht zu machen. So kann es ihnen sehr wichtig sein bei anderen beliebt zu sein, insbesondere bei nahestehenden Menschen. Hinzu kann ein zurechtgelegtes Image kommen, der oder die Starke zu sein, viel aushalten zu können, immer für andere da zu sein, etc.  Grenzen werden dann meist kaum oder gar nicht gesetzt.

Dieses Konstrukt wirkt sich geistig, emotional und körperlich aus. So zeigt sich auch die Erschöpfung, wenn man ein gewisses Maß überschritten hat, in all diesen drei Bereichen.

Wenn die Person dann in ihren Kräften etwas nachlässt, erhöht sich wieder der Druck von innen und möglicherweise auch von außen. Der innere Antrieb versucht den schleichenden Energieverlust zu kompensieren. Es kommt zu vermehrter Anstrengung und in weiterer Folge werden Tätigkeiten, die sonst leicht von der Hand gehen ebenfalls immer anstrengender und schwerer zu bewältigen. Aus diesem Kreislauf können die Betroffenen meist erst ausbrechen, wenn sie wirklich nicht mehr können. Erst dann suchen viele Hilfe. Denn für Perfektionisten ist es besonders schwierig sich rechtzeitig einzugestehen, dass sie Hilfe benötigen und diese auch anzunehmen.

Doch ich möchte hier nicht nur die rein psychologischen Aspekte ansprechen. Dass wir uns in Zeiten großer Umbrüche befinden, dürfte niemanden mehr entgangen sein. Wir werden sehr stark mit dem Thema der Angst konfrontiert, vor allem auch existenzieller Ängste, z.B. durch die Finanzkrise, die in den Medien permanent präsent ist. Es geht nicht darum gewisse Dinge zu leugnen, aber Angst lähmt uns. Häufig versuchen wir unsere inneren Ängste entweder wegzudrängen, was sie jedoch nicht auflöst oder durch Anstrengung in anderer Weise zu überdecken. Beispielsweise wenn jemand unter existentiellen Ängsten leidet, könnte er alles Mögliche versuchen um seine Existenz zu sichern. Dies ist nicht unbedingt falsch. Doch wenn der einzige Motivator Angst ist, führt dies selten zu einem erfolgreichen Ergebnis, es erhöht jedoch den inneren Druck. Der Weg von der Angst ins Vertrauen ist nicht einfach, aber möglich, vor allem wenn man die Aufmerksamkeit verstärkt auf sein Inneres lenkt. Lernen Sie zu spüren was Ihnen gut tut und was nicht. Welche Nachrichten wühlen Sie nur auf und welche sind informativ und nützlich. Letzteres trifft nur zu solange wir auch Handlungsmöglichkeiten haben. Anderenfalls werden wir sonst nur in einen negativen Zustand der Ohnmacht geführt. Von diesen Nachrichten sollten Sie Abstand nehmen und sich nicht zu sehr damit konfrontieren. Das ist keine „Vogelstraußpolitik“, aber wir sollten nicht allen Energien erlauben, ungehindert in uns einzudringen.

Hinzu kommt, dass viele Menschen insbesondere jene die recht feinfühlig sind, diese kollektiven Energien der Angst, Unsicherheit, Frustration etc. stark spüren. Häufig ist es auch schwer zu unterscheiden welche Gefühle nun die eigenen sind und welche man von anderen bzw. vom Kollektiv übernommen hat. 

In der Vorweihnachtszeit verstärkt sich das noch mehr. Denn wir „müssen“ uns überlegen wem wir was zu Weihnachten schenken wollen. Dann müssen wir diese Geschenke besorgen.
In vielen Geschäften herrscht gerade in dieser Zeit ein großer Tumult. Auch dort sind die Energien nicht unbedingt angenehm und konstruktiv, und schon gar nicht besinnlich und weihnachtlich.

Viel ist von der der Energie verlorengegangen mit der das „Fest der Liebe“ eigentlich verbunden sein sollte. Stattdessen ist die Weihnachtszeit mit Energien von erhöhtem Druck und Stress und einem ausgeprägten Konsumverhalten verbunden.
An den Weihnachtsfeiertagen selbst können wir diese Energien meist ebenso wenig abbauen. So kommt es nicht selten zu Spannungen innerhalb der Familie.

Denken wir nur einmal darüber nach, wie oft wir etwas „müssen“ statt „wollen“, vor allem auch zur Weihnachtszeit. Ein überwiegendes „müssen“ anstelle von „wollen“ führt unweigerlich zu Energieverlust.

Vielleicht sollten wir einmal den Mut aufbringen und aus den kollektiven Energien von Druck und Stress aussteigen, um uns darauf zu besinnen was wirklich wichtig ist für uns, für unser Leben und letztlich für uns alle. Vielleicht wären wir dann überrascht wie viel Energie uns dann plötzlich wieder zur Verfügung steht.



Dieser Artikel wurde uns dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt von

Dr. Mag. Barbara Singer
Psychologiestudium an der Universität Wien
Zusatzausbildungen: Klinische und Gesundheitspsychologie, Sportpsychologie, Arbeitspsychologie, Gesundheitscoaching, Reinkarnationsbegleitung.
Direkt erreichbar unter: www.meinthema.com/singer