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ABHÄNGIGKEIT

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Eine Sucht lässt sich nicht behandeln, indem man den Abhängigen mit äußerem Zwang die Droge entzieht. Entfällt dieser Zwang, kommt es in der Regel sofort zu einem Rückfall. Verbesserung und Genesung können nur gelingen, wenn der Süchtige selbst den Wunsch entwickelt, sich von der Abhängigkeit zu befreien, und aktiv auf dieses Ziel hin arbeitet.

 

Stationen auf dem Weg aus der Sucht:

  • Eingeständnis der Abhängigkeit
    Der erste, vielleicht wichtigste Schritt ist, die eigene Abhängigkeit zu erkennen und sich einzugestehen, dass man Hilfe braucht.

  • Suche nach Unterstützung
    Man ist seiner Sucht nicht alleine ausgeliefert – es gibt medizinische, psychologische und sozialarbeiterische Unterstützung für Süchtige.

  • Kontakt zu einer Beratungsstelle
    Die einschlägigen Beratungsstellen bieten streng vertrauliche Gesprächsmöglichkeiten, um Information bekommen, die persönliche Situation erörtern und das weitere Vorgehen besprechen zu können.

  • Falls nötig körperlicher Entzug in einem Krankenhaus
    Zuerst wird bei substanzgebundenen Süchten immer ein körperlicher Entzug gemacht. Dies dauert ca. 2-3 Wochen und bedarf unbedingt einer professionellen Betreuung, um es nicht binnen kürzester Zeit zu einem Rückfall kommen zu lassen.

  • Bei schwerer Abhängigkeit: Stationäre Psychotherapie und Nachbetreuung
    Vor Beginn einer stationären Psychotherapie wird in der Regel die Motivation des Suchtkranken gründlich abgeklärt. Es werden deutlich Grenzen gesetzt und Signale gefordert, dass sich der Suchtkranke tatsächlich ändern will.

  • Ambulante Behandlung
    Bei noch nicht so weit fortgeschrittenem Suchtverhalten (soziales Netz noch vorhanden, Arbeit vorhanden) ist eher eine ambulante Psychotherapie vorzuziehen.

  • Rückfall
    Ein Rückfall ist nicht das Ende aller Bemühungen. Im Gegenteil, es ist damit zu rechnen, dass es in den meisten Suchtbehandlungen zu einem oder mehreren Rückfällen kommt.
    Sie geschehen in Momenten, in denen trotz bester Vorsätze und trotz besseren Wissens der eigene Wille nicht ausreicht - und wieder der Griff zur Droge erfolgt.
    Es gehört zum Heilungsprozess einer Sucht, zu lernen, diese Rückfälle nicht zu verleugnen, sondern sie zu besprechen und dafür „gerade zu stehen“.

Allgemein ist bei der Behandlung von Abhängigkeit zu beachten, dass Appelle an die Vernunft und abschreckende Hinweise meist wirkungslos bleiben. Dem Abhängigen sollte nicht vermittelt werden, dass er die Substanz nicht mehr zu sich nehmen darf, sondern dass er sie nicht braucht. Der Entzug sollte bei den meisten Substanzen abrupt und ohne Überbrückungsmittel erfolgen, es besteht sonst die Gefahr, dass eine Mehrfachabhängigkeit entsteht. Bei einigen Substanzen wird der Entzug allerdings üblicherweise mit medikamentöser Unterstützung durchgeführt, um die Entzugserscheinungen zu mildern, da viele Abhängige sonst nur schwer zur Therapie zu motivieren sind.

 

Wie reagiere ich als Angehöriger um nicht in Co-Abhängigkeit zu verfallen:

  • Zugewandte Konsequenz: ein JA zur Person - ein NEIN zur Sucht.
  • Betroffenen die Verantwortung für sich selbst übergeben: die Sucht nicht vertuschen, keine Entschuldigungen erfinden, z.B. nicht am Arbeitsplatz anrufen und krank melden; der Abhängige soll Konsequenzen der Sucht selber spüren.
  • Sich nicht erpressen lassen, Grenzen setzen.
  • Hilfe in Anspruch nehmen; in Form von Selbsthilfegruppen, Suchtberatungsstellen und Fachleuten.
  • Nur Aktionen ankündigen, die man auch bereit ist, zu setzen: z.B. nur dann eine Scheidung androhen, wenn man tatsächlich dazu bereit ist.
  • Eigene Bedürfnisse wahrnehmen: z.B. Freizeitinteressen nachgehen, „selber nicht zu kurz kommen“.
  • Raus aus dem Schneckenhaus gehen: versuchen, ohne Beschönigung über die eigenen Nöte zu sprechen.
  • Keine Blitzheilung erwarten.
  • Tätigkeiten, die man früher getan hat, wieder aufnehmen.


 
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