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NOTFALLKOFFER
Soforthilfetipp von Christa Kössner ->
Auch wenn du momentan sehr im Stress bist, bitte ich dich um 5 Minuten deiner wertvollen Zeit. Wähle einen Platz, der dir taugt, im Freien oder im Wohnbereich. Nimm einen Gegenstand in die Hand, der sich gut anfühlt und schenke ihm für zwei, drei Minuten deine volle Aufmerksamkeit, indem du dem Stein, der Kassette, der Figur, dem Ball, dem Tuch oder dem Apfel … für das Wohlgefühl in deinen Händen dankst.
Erste Hilfe zur Stressbewältigung
Selbstdiagnose: Entwickeln Sie ein Gespür für Ihre individuellen Symptome: Bekommen Sie bei Stress eher Kopfschmerzen, oder verspannt sich Ihr Nacken? Ist es der Rücken, oder bilden sich Herpes-Pusteln? Können Sie nicht mehr einschlafen, oder wachen Sie mitten in der Nacht auf, um dann Probleme zu wälzen?
Selbsterkenntnis: Ganz gleich, wie Ihr Körper und Ihre Seele reagieren: Nehmen Sie die Symptome ernst. Und tun Sie etwas dagegen.
Selbstreflexion: Prüfen Sie kritisch: Setzt mich tatsächlich die Situation unter Druck? Oder sind es vielleicht doch die Ansprüche, die ich an mich selbst stelle? Trifft Letzteres zu, dann fragen Sie sich ebenso sorgfältig, was wirklich passieren wird, wenn Sie diesmal Ihre Ansprüche zurücknehmen.
Sport: Finden Sie einen Weg, wie Sie möglichst kurz nach einer Stresssituation Ihren Lieblingssport betreiben können - am besten an der frischen Luft. Ausdauernde Bewegung ist der beste Stresskiller, die Muskulatur baut dann praktisch alle Stresshormone ab.
Keine Schlafmittel: Ein Glas Rotwein am Abend kann entspannend wirken - doch schon das zweite stört die Schlafarchitektur und bewirkt, dass Sie am Morgen weniger erholt aufstehen.
Entspannung: Lernen Sie Techniken wie autogenes Training oder Yoga. Nach ein paar Wochen Training werden Sie die wohltuende Wirkung Ihrer Übungen nicht mehr missen wollen.
Delegieren: Wenn Sie unter der Arbeit fast zusammengebrochen sind, dann sorgen Sie gleich tags darauf dafür, dass Ihnen möglichst viel Arbeit abgenommen wird. Ihr Unternehmen wird nicht untergehen, sollten Sie sich nicht selbst um alles kümmern.
Wenn die Belastung zu groß oder die Unruhe zu stark wird und der Stresskreislauf beginnt, geht es darum, sich an folgende vier Dinge zu erinnern und diese so gut wie möglich umzusetzen:
- Pause machen
- Tief atmen
- Wasser trinken
- Stress beruhigen und klopfen
Wie geht das?
Pause machen
Halten Sie einen Moment inne, um wahrzunehmen was jetzt ist. Was passiert um sie herum? Was spüren Sie im Körper? Was denken und fühlen Sie? Oft bemerken wir Stress erst, wenn wir mitten darin stecken. Der auslösende Faktor ist uns meistens nicht bewusst, der Bezug zu der eigenen Befindlichkeit und den eigenen Bedürfnissen ist manchmal nicht möglich. Gelingt es uns dann, einen Moment Pause zu machen, können wir wahrnehmen, was aktuell passiert und Erste-Hilfe-Maßnahmen treffen. Daher ist es hilfreich, ein inneres Stop-Signal zu setzen und sich einen Moment der inneren Einkehr zu gönnen.
Tief atmen
Damit geben Sie Ihrem Körper einen Impuls, die Stressreaktion herunterzufahren und zu entspannen. Außerdem verändern Sie damit bewusst Ihr unwillkürliches Stress-Atemmuster. Unter Stress wird die Atemfrequenz erhöht, damit der Körper mehr Sauerstoff zur Verfügung hat. Wird dieser Sauerstoff aber nicht verbraucht, z. B. durch mehr Bewegung, führt das im Körper zum Anstieg des pH-Wertes. Dessen Folgen machen uns nervös und erregbar. Deswegen ist bei Stress das bewusste Ausatmen wichtig.
Wasser trinken
Wasser ist die Grundlage aller biologischen Vorgänge im menschlichen Organismus. Der menschliche Körper besteht zu 50% bis 85% aus Wasser, d.h. alle Körperfunktionen, Transport- und Kommunikationssysteme des Körpers geschehen im Lösungsmittel Wasser. Wenn Sie wissen, dass die Stressreaktion auf einer körperlichen Ebene abläuft (Ausschüttung von Hormonen, Anspannung der Muskeln, Erhöhung des Pulsschlags, der Gehirndurchblutung u. a.) sollten Sie Ihren Körper dahingehend unterstützen, diese Vorgänge möglichst gut zu verarbeiten, indem Sie genug Wasser trinken. So kann die Stressreaktion schnell zurückgefahren werden, wenn die Gefahr vorbei ist. Da alle körperlichen Vorgänge auf der Basis des Wassers stattfinden, benötigen wir ausreichend Flüssigkeit, um auf neuronaler und hormoneller Ebene schnell reagieren zu können. Fehlt unserem Körper Wasser, stellt er auf Sparflamme, so dass vorrangig alle lebensnotwendigen Organe mit Flüssigkeit versorgt werden. Für die Verarbeitung der Stressreaktion bleibt dann zu wenig übrig. Unser Körper braucht also ausreichend Wasser, um optimal funktionieren zu können.
Stress beruhigen und klopfen
So gekräftigt durch das „Pause machen“ im Kontakt mit sich selbst, durch das „tiefe atmen“ einen Entspannungsimpuls gesetzt und durch genügend Wasser im Körper die physiologischen Vorgänge stabilisiert, können Sie nun durch ein einfaches ROMPC Ritual einen weiteren Impuls setzen, um Ihre Stressreaktion zu beruhigen:
Reiben Sie den Bereich über Ihrem Herzen.
Hier sitzt ein neurolymphatischer Reflexpunkt. Durch das Reiben werden Lymphe und Ying-Meridiane stimuliert. Sprechen Sie dabei den Satz: „Ich akzeptiere mich voll und ganz mit dem Stress, den ich im Moment habe.“ Sie müssen dem Inhalt dieses Satzes nicht zustimmen. Nehmen Sie einfach wahr, wie es ist, wenn Sie diese Worte zu sich selbst sagen.
Dann klopfen Sie leicht auf Ihr Brustbein, während Sie an Ihren Stress denken.
Hier liegt der Thymuspunkt. Durch das Klopfen wird das hormonelle System stimuliert und ein weiterer Impuls zur Entspannung an den Körper gesendet. Wichtig dabei ist, dass sie gedanklich bei Ihrem Stress bleiben, damit der Entspannungsimpuls auch an der richtigen Stelle ankommt.
Wenn Sie wollen, können Sie nun zum Abschuss mit den Augen mehrmals einer liegenden Acht folgen. Damit stabilisieren sie auf einfache Weise die Verbindung der beiden Gehirnhälften.
Mit diesem kleinen Ritual setzen Sie bei sich selbst Impulse, mit denen Sie in jeder Situation, in kurzer Zeit Ihren Stress beruhigen und die Stressreaktion herunterfahren können.
Dieses, hier ausführlich beschriebene „Erste-Hilfe-Ritual“ braucht nicht viel Zeit und Sie können es bei verschiedenen Gelegenheiten nutzen:
- als Anker in einer öffentlichen Situation,
- für eine kurze Auszeit (z. B. statt Raucherpause),
- bei einer Unterbrechung von Konflikten oder Streitgesprächen,
- als Vorbereitung oder zur Reflektion von schwierigen Situationen oder
- als Einstieg zur Durchführung längerer und spezifischer Entkopplungssequenzen nach dem ROMPC.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass dieses kleine Ritual für den Erste-Hilfe-Bereich effizient und schnell zur Erleichterung und einer ersten Entlastung und Stabilisierung führt, so dass Sie sich anschließend Ihren Aufgaben und Herausforderungen entspannter und gelassener stellen können.
Stressprophylaxe
Ernährung: Verzichten Sie auf das süße Kaffeegebäck, den Kuchen zwischendurch. Die Mischung aus schnell wirkenden Kohlehydraten und Fetten, die dadurch im Blut entsteht, erhöht unter Stress das Risiko für Diabetes dramatisch. Obendrein bilden sich Fettpolster. Ersetzen Sie das Naschwerk durch Obst.
Nachtruhe: Versuchen Sie, so regelmäßig wie möglich zu schlafen. Auch wenn dies heißt, dass Sie mal eine Party sausen lassen müssen. Ein gut trainierter Schlafrhythmus hilft Ihnen jedoch durch Zeiten mit häufigem Jetlag.
Organisation: Delegieren Sie prinzipiell alles, was sich delegieren lässt. Sie werden sehen: Ihre Mitarbeiter leisten mehr, wenn Sie ihnen mehr zutrauen. Und Sie sind entlastet.
Bewegung: Wer regelmäßig Sport treibt, baut Stress ab
Selbstüberprüfung: Warum sind Sie so streng mit sich? Warum müssen Sie immer alle anderen übertrumpfen? Und warum lassen Sie nicht zu, dass Sie auch mal weniger leisten?
Regelmässige Bewegung: Steigen Sie jede Stufe, die sich Ihnen bietet. Kehren Sie in Ihrem Garten selbst das Laub zusammen. Gehen Sie abends mit dem Hund spazieren.
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